Traden mit Sektorrotation – Follow The Money!

Berücksichtigt ihr bei eurem Trading die Sektorrotation? Falls nicht, solltet ihr es in Erwägung ziehen um dem institutionellem Geld zu folgen (5 min Lesezeit)

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Das Sektorrotationsmodell kurz erklärt

Heute möchte ich euch das Sektorrotationsmodell vorstellen. Grundgedanke dahinter ist, dass je nachdem wo sich der Wirtschaftszyklus gerade befindet, das Geld der institutionellen Anleger in diejenigen Sektoren fließt, welche überproportional von der vorherrschenden Wirtschaftslage profitieren. Zur Verdeutlichung habe ich unten das Sektorrotationsmodell von stockcharts.com abgebildet. Die grüne Kurve zeigt den Wirtschaftszyklus (Erholung, Boom, Rezession, Depression), die rote Kurve stellt den Marktzyklus (Bullenmarkt, Topbildung, Bärenmarkt, Bodenbildung) dar. Da der Markt- dem Wirtschaftszyklus ca. 6-12 Monate voraus läuft, sind die Graphen leicht versetzt.

Quelle: stockcharts.com, eigene Markierungen

Noch bevor das Wirtschaftswachstum abflaut bilden die Aktienmärkte Tops aus, noch bevor eine wirtschaftliche Depression ihren Höhepunkt erreicht kommt es zu Bodenbildungen am Aktienmarkt etc.. Oberhalb der Graphen sehr ihr zudem verschiedene Aktiensektoren abgebildet. In jeder Phase des Markt- / Wirtschaftszyklus präferieren die institutionellen Anleger bestimmte Sektoren. Das obige Sektorrotationsmodell zeigt den Zusammenhang zw. dem jeweiligen Zyklusstand und den dazugehörigen, präferierten Sektoren.

Standortbestimmung: Wo befinden wir uns?

Blau umrandet habe ich die Phase in welcher wir uns meiner Meinung nach gerade befinden. Meine Vermutung nach stehen wir vor einem Markttop der Aktienmärkte (vmtl. innerhalb der nächsten 12 Monate). Die wirtschaftliche Erholung ist in den USA deutlich weiter fortgeschritten als in Europa, dennoch denke ich, dass diese Annahme passt. Laut dem Modell hätten in den vergangenen Monaten die Industrieaktien gut performen müssen und momentan sollte das Geld in die Energie- und Materialsaktien (Grundstoffe) fließen. Prüfen wir nun nach ob dies zutrifft.

Unten abgebildet ist der Performancechart der besagten US-Aktiensektoren. Die prozentuale Entwicklung bezieht sich auf die letzten 3 Monate (ca. 65 Tage). Wir sehen, dass sowohl die Industrieaktien (+2,1%) als auch Materials (+3,4%) und Energy (+4,9%) gut performt haben. Somit trifft das Rotationsmodell hier zu. Lediglich der starke Anstieg der Finanzaktien ist aus Sicht des Modells ungewöhnlich.

Quelle: stockcharts.com

Ausblick – In welchen Sektor fließt das Geld?

Wenn man dem Modell folgt, sollten in den nächsten Monaten neben den Energieaktien vor allem die Consumer Staples (nichtzyklischen Konsumgüter) gut laufen bevor dann die Aktienmärkte ihre Topbildung abschließen und in den nächsten Bärenmarkt übergehen. Anzumerken ist jedoch, dass die Staples schon seit Beginn dieses Bullenmarktes stark performen, was vermutlich auf die hohe Dividendenrendite zurückzuführen ist, welche in der Niedrigzinsphase viel privates und institutionelles Geld angezogen hat. Fraglich ist deshalb wie viel Potential die Staples noch haben.

Fazit – Berücksichtigt die Sektorrotation

Als Swing- und Positionstrader sollte man immer im Hinterkopf behalten, in welcher Phase sich „Pi mal Daumen“ Wirtschafts- als auch Marktzyklus befinden um daraus ableiten zu können in welche Sektoren institutionelles Geld fließt. Wenn man in“Fliessrichtung“ der institutionellen Geldströme handelt, erhöht sich meiner Erfahrung nach auch automatisch die Trefferquote im rein technischen Handel. So, go with the flow… 🙂

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