Overtrading – Des Traders größter Feind

Overtrading betrifft fast jeden und doch wird kaum über dieses Thema gesprochen. Dieser Post soll ein wenig Licht ins Dunkle bringen und die genauen Ursachen erforschen. (5 min Lesezeit)

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Die meisten kennen es und fast jeden betrifft es – vor allem zu Beginn der Tradingkarriere: Overtrading. In diesem Blogpost gehe ich kurz darauf ein was damit gemeint ist, welche Konsequenzen OT mit sich bringt und warum wir es fast alle tun. Ready?

Was ist Overtrading?

Unter Overtrading verstehe ich persönlich, wenn ein Trader seinem Handelsstil entsprechend zu viel bzw. zu oft handelt. Er schießt mit seinen Trades wild um sich, statt geduldig auf sein bevorzugtes Setup oder die richtige Marktlage zu warten, in der Hoffnung das irgendwo schon ein Treffer bei raus kommt. Das Motto lautet: je mehr Trades desto besser, statt Qualität vor Quantität. Kommt euch das bekannt vor? Ich selbst litt viele Jahre unter „Overtrading“, ohne es selbst überhaupt bemerkt zu haben.

Konsequenzen des Overtradings

Da man auf alles schießt was bei „drei nicht auf den Bäumen ist“, handelt man zahlreiche Setups, die diesen Namen eigentlich gar nicht verdienen. Auch kann es sein, dass man Währungspaare, Aktien oder generell Märkte handelt, welche eigentlich gar nicht auf den Plan standen. Durch das Overtrading kann es mitunter auch vorkommen, dass ein Trader zahlreiche Positionen auf einmal hält, welche er nicht mehr überblicken kann und deshalb zu fachlich unsauberem Positionsmanagement neigt. Im Zuge des Overtradings kann sich so vor allem bei Swingtradern ein zu hohes Exposure und damit ein großes Gesamtmarktrisiko ins Portfolio einschleichen.

Das Ergebnis dieser Misere sind strahlenfreudende Broker, denn die verdienen sich durch unser Overtrading dumm und dämlich. Davon abgesehen macht sich Overtrading idR auch durch einen fallenden Kontostand bemerkbar. Da man auf die Qualität der Setups keinen großen Wert mehr legt, handelt man dort wo man eigentlich nicht handeln sollte. Entweder mit schlechtem CRV, gegen den Trend, in Seitwärtsphasen… You name it.

Das schlimmste an Overtrading ist jedoch nicht der fallende Kontostand, sondern das schwindende Selbstvertrauen. Durch die zahlreichen Fehltrades und die emotionale Achterbahnfahrt steht man neben sich und kommt nur sehr schwer wieder in die Spur. Das Mindset leidet und damit auch die Lebensqualität, weil sich selbst nach Handelsende im Kopf alles nur noch um das Trading dreht.

Gründe für das Overtrading

Ich persönlich habe in der Vergangenheit aus 3 Gründen zu viel gehandelt:

1.) FOMO – Fear of Missing Out…

Die Angst den nächsten großen Gewinner zu verpassen… Unter keinen Umständen durfte ich mir entgehen lassen wenn die Aktie xy aus- oder z einbricht. Befindet man sich in so einer Gedankenspirale, ist jede Kursbewegung ein potentieller Gewinnertrade den es zu erwischen gilt. Nur das in den seltensten Fälle dabei ein Winner raus kommt…

2.) Verluste wieder hereinholen

Meist durch simple Tradingfehler erlitt ich einen größeren Drawdown. Diesen wollte ich so schnell wie möglich wieder reintraden, indem ich meine Handelsfrequenz erhöhte und auch die B-und C-Setups handelte. In aller Regel wurde durch diese Maßnahme der Drawdown nur noch größer.

3.) Rachetrades

Die gefährlichsten Trades überhaupt! Man ist emotional geladen weil der Markt nicht das macht was er machen soll oder der Wert nach der Ausstoppung genau in die ursprünglich angedachte Richtung abhaut. Die Reaktion? Man schwört dem Markt Rache und handelt seine Emotionen statt nach neuen Setups zu suchen. Das kann mitunter so weit gehen, dass man mit hochrotem Kopf „all in“ geht um dem verf*** Mr. Market zu zeigen wo der Hammer hängt. Wie das ganze meist endet brauche ich hier nicht weiter auszuführen. Wenn man Glück hat, überlebt das Konto so einen Rachetag haarscharf.

Hier findet ihr den Follow-Up Artikel „6 Maßnahmen gegen Overtrading“

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