Goldausbruch voraus! Aber in welche Richtung?

Golds Volatilität befindet sich auf einem Mehrjahrestief und ein großer Ausbruch kündigt sich an. Lässt sich jetzt schon ablesen in welche Richtung? (5 min Lesezeit)
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Wie gestern angekündigt, werde ich heute Gold genauer unter die Lupe nehmen. Werfen wir zuerst einen Blick auf das „Big Picture“ – den Monatschart. Wir sehen seit Mitte 2016 eine sich abzeichnende Dreiecksformation, in welcher der Goldpreis immer weiter zusammen zusammengequätscht wird. Die nachlassende Schwankungsbreite zeigt sich auch im  Gold-Volaindex und div. Vola-Preisindikatoren. Alle tendieren nahe Mehrjahrestiefs. Da auf Zeiten niedriger Volatilität sehr oft gewaltige Volaausbrüche folgen, erwarte ich bei einem Ausbruch des Goldpreises aus dem angesprochenen Dreieck eine sehr starke, mehrmonatige Bewegung. Die Frage ist nur, ist ein Breakout oder ein Breakdown bei Gold wahrscheinlicher?

Unterstützungs- und Widerstandsniveaus

Schauen wir im nächsten Schritt auf  vorhandene Widerstands- und Unterstützungszonen. Im Monatschart (oben) ist erkennbar, dass bei ca. $1350-$1400 eine massive Widerstandszone verläuft. Ein starker Supportbereich befindet sich hingegen bei ca. $1150 (+$50/-$50). Zoomen wir nun in den Wochenchart (unten). Wir sehen eine Schulter-Kopf-Schulter ähnliche Formation, welche der Goldpreis vor 2 Wochen bei $1230 nach unten durchbrochen hat. Der Breakdown hatte jedoch kein „follow through“, sondern prallte an der $1200 Unterstützung ab und testet derzeit die Nackenlinie bei $1240 wieder. Für eine Negierung des Breakdowns müsste der Goldpreis auf Wochenbasis über $1250 schließen. Unter $1200 droht hingegen ein weiterer Abverkauf. Zu beachten sind außerdem die Trendlinien der besprochenen Dreiecksformation, welche derzeit bei $1270 und $1185 verlaufen. Diese bilden beide für sich auch jeweils Widerstand- bzw. Unterstützungslevels.

Aus der Perspektive des Volume-at-Price Indikators

Im unteren Tageschart des Goldpreises habe ich neben der großen Dreiecks- und SKS-Formation auch den sog. „Volume at Price“-Indikator eingezeichnet. Die horizontal verlaufenden Bars zeigen das gehandelte Volumen zu einem bestimmten Preisniveau an, wobei rot für „down“-Volumen und und grün für „up“-Volumen steht. Je länger der Bar auf einem bestimmten Preisniveau, desto stärker der Support (grün) bzw. der Widerstand (rot). Aus dem Chart ist erkennbar, dass der Goldpreis bei einem Ausbruch oberhalb von $1300 zumindest kurzfristig bis $1350 freie Fahrt haben sollte. Umgekehrt würde ein Bruch der $1200-Marke  zu deutlich tieferen Kursen führen. Das heißt, die beiden Marken die es primär zu beobachten gilt sind: $1300 bzw. $1200. Alles was sich dazwischen preistechnisch abspielt kann getrost als Rauschen interpretiert werden.

P&F-Chart für das ganz langfristige Bild

Zu guter Letzt werfe ich einen Blick auf den langfristigen Point & Figure (P&F) Chart des Goldpreises (3-Box Reversal, 5% pro Box). Diese Skalierung wähle ich, weil es damit seit Beginn des Goldbullenmarktes im Jahr 2012 erst einmal zu einem Fehlsignal (August 2008) kam. Wir sehen seit 2002 eine Folge höherer Hochs und höherer Tiefs, was der Definition eines Aufwärtstrends entspricht. Im April 2013 kam es jedoch – innerhalb des langjährigen Aufwärtstrends – zu einem P&F-Verkaufsignal (rot markiert). Dieses Verkaufsignal ist noch immer aktiv und wird erst bei einem Goldkurs über $1410 negiert.

Fazit

  • Die Goldvolatilität befindet sich auf einem Mehrjahrestief und ein starker Goldausbruch in den nächsten Wochen ist sehr wahrscheinlich
  • Anhand des Chartverlaufs alleine, lässt sich mit Sicherheit jedoch nicht sagen ob ein Breakout oder Breakdown wahrscheinlicher ist.
  • Die relevanten Widerstandsniveaus liegen bei $1300 (Bruch = kleines Kaufsignal) und $1350-$1400 (Bruch = großes Kaufsignal > Beginn eines nachhaltigen Aufwärtsimpulses und Fortsetzung des Bullenmarktes IMO)
  • Sollte das Unterstützungslevel bei $1200 brechen, droht ein Retest des 2016er Tiefs, ca. $1050.

Morgen werde ich das aktuelle Sentiment, die COT-Positionierung sowie Golds Saisonalitätsmuster besprechen.

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