Bitcoin (BTC) – Warum ich mit einer Preiskonsolidierung rechne!

Meine Erfahrung mit BTC, HardFork, Blick auf den Langfristchart, BTC in den Sommermonaten, Blick auf den Tageschart, Fazit (5 min Lesezeit)

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Meine ersten Bitcoins (BTC) kaufte ich im Jahr 2013 bei ca. $60. Wenige Monate später stand der Kurs schon über $1000! Wahnsinn!!! Leider verpasste ich es damals den Großteil meiner BTCs zu verkaufen und so raste ich mit der BTC-Achterbahn wieder zurück bis unter $200 Anfang 2015. In den folgenden Monaten kaufte ich mich noch agressiver ein, denn ich war – bis vor kurzem – von der zugrundeliegenden Technik (insofern ich sie verstanden habe)  und Idee (dezentrale, nicht unendlich inflationierbare Währung mit niedrigen Transaktionskosten) überzeugt.

Fork-Debatte lässt mein Vertrauen schwinden

Während des letzten Anstiegs habe ich 95% meiner BTCs zwischen $2200 und $3000 verkauft, weil  ich 1.) auf Sicht von 6-12 Monaten kaum Kurspotential und enorme Rückschlagsgefahr für den BTC-Preis sehe und 2.) mir diese ganze „Hard/Soft-Fork-Segwit“Shit-Debatte gehörig auf die Eier geht! Als Non-Techie war ich -naiv wie ich bin- bisher davon ausgegangen, dass es BTCs unveränderbar, bis in alle Ewigkeit geben wird. Als dann im letzten halben Jahr die Hard/Soft-(No)Fork Debatte richtig hochkochte, realisierte ich, dass der Fortbestand des BTC in gewisser Weise von Nutzern, Minern und Entwicklern abhängt und es bei Unstimmigkeiten sehr schnell zu einer Art Zweiteilung der BTC in unterschiedlichen Versionen kommen kann, nach dem Motto: „Möge sich das besser Protokoll durchsetzen.“ Ich bin grundsätzlich großer Befürworter eines freien Konkurrenzkampfes von Währungen, aber Forks bei einem sog. Wertaufbewahrungsmittel? Are you kidding me? 

In diesem Artikel soll es jedoch nicht um die Skalierungsdebatte und meine Meinung dazu, sondern um die BTC-Preisentwicklung gehen.

Blick auf den BTC-Langfristchart

Unten habe ich mir einmal die Mühe gemacht und die vergangenen Preisanstiege des BTC (exponentielle Y-Achse, Wochenchart) farblich markiert sowie die ca. %-Anstiege von Tief zu Hoch mit angegeben. Nagelt mich nicht fest, dass diese Zahlen exakt stimmen, denn ich habe nur grob überschlagen. Hier und da sind es deshalb bestimmt mal ein paar 100% mehr oder weniger, aber darauf kommt es gar nicht an. Was ich zeigen will ist, dass der derzeitige (von 2015 – heute) Preisanstieg des BTC mit +1500% schon sehr weit fortgeschritten ist, wenn man diesen mit den vergangenen Anstiegen vergleicht. Als Metapher könnte man auch sagen, dass sich „nicht mehr viel Fleisch am Knochen befindet“.  Dazu gesellt sich, dass der Wochen-RSI-Indikator (unter dem Preisverlauf) gerade erst vor kurzem aus der überkauften Zone unter die 70er Marke gebrochen ist. In der Vergangenheit kam es in der Folge dieses Signals zu mehrmonatigen Preiskonsolidierungen, in welchen der Bitcoin zw. 50% bis 80% (vom Hoch gemessen) verlor. Food for thoughts…

Quelle: Bitcoincharts.com, eigene Markierung

Die schwachen BTC Sommermonate…

Einen „richtigen“ BTC-Seasonalchart habe ich im Netz nicht gefunden und mir deshalb einfach mal die BTC-Preisentwicklung zw. Juli bis Oktober in den letzten 3 Jahren angeschaut. Man sieht eine deutliche Schwäche in den Sommermonaten. Dies mag in den 3 Fällen dem Zufall geschuldet sein … oder es ist ein Muster, welches sich – aus welchen Gründen auch immer – auch dieses Jahr wiederholt?!

Quelle: Bitcoincharts.com, eigene Markierung

Der BTC-Tageschart mit Kaufsetup

Abschließen werfe noch einen Blick auf den BTC-Tageschart. Nach dem steilen Anstieg in Richtung $3000 konsoliderte der BTC über den Preis und fiel auf knapp $2000 zurück (ca. -30%). Aufgrund der hohen Segwit-Unterstützung, kam es in der letzten Woche zu einem starken Anstieg auf knapp $2900 unter hohem Volumen. Seitdem konsolidiert der Preis und das Volumen innerhalb der Miniflaggen-Formation nimmt ab, was als bullisch zu werten ist. Ein Bruch der Flagge nach oben über das letzte Wochenhoch bei $2900 würde ein neues Kaufsignal mit einem Measured-Move-Kursziel von ca. $3500 generieren. Ein Rückfall des Preises unter $2500 würde das Setup jedoch hinfällig machen. Dann könnte man den Chartverlauf des BTC auch als mögliches Doppeltop interpretieren, mit einem Kursziel von ca. $1000 (altes Hoch). Zu beachten ist weiterhin, dass sich im Tageschart ein paar bärische Divergenzen zeigen. So fällt beispielsweise der On-Balance-Volume-Indikator seit April deutlich ab, was auf großen Verkaufsdruck deuten lässt. Auch der RSI-Indikator würde bei einem Ausbruch vmtl. ein tieferes Hoch erzeugen.

Quelle: Bitcoincharts.com, eigene Markierung

Fazit – Letzter Anstieg oder Doppeltop?

Ich persönlich werde vermutlich einen Ausbruch des BTC über $2900 mit einer Tradingposition  handeln, insofern das Volumen mitspielt. Eine große Preisbewegung erwarte ich aufgrund der schwachen Saisonalität, dem „fleischlosen“ Wochenchart, sowie den bärischen Divergenzen im Tageschart jedoch nicht. Breakout-Trades mit solch negativen Vorzeichen verdienen IMO eine besonders genaue Beobachtung und engen Stop-Loss-Setzung.

Sollte der Bitcoin ein Doppeltop markieren und unter $2000 fallen werde ich frühstens im $1000er Bereich wieder anfangen eine langfristige Investmentposition peu-a-peu aufzubauen. Aber auch nur, wenn sich bis dahin die Fork-Debatte geklärt hat und nicht mehr jeder Straßenhipster von BTC labert (=überhitztes Sentiment).

Trade accordingly ?

 

Nachtrag:
Diesen Chart von Elliott-Wellen Papst Robert Prechter habe ich gerade auf Zerohedge gefunden: Prechter geht von einem langjährigen Bärenmarkt bei den Cryptos aus.

Quelle: Zerohedge.com  

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Mega Beitrag, Danke

    1. Danke David 🙂

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