US-Dollar: Die Bullen sind wieder am Drücker

In diesem Kurzupdate werfe ich einen Blick auf ein paar Langfristcharts des US-Dollar Index und erkläre, warum ich von steigenden USD-Kursen in den nächsten Wochen ausgehe (5 min Lesezeit)

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Seit der letzten umfassenden Analyse des US-Dollar Index vom 26.07.17 hat sich einiges getan. Im heutigen Artikel werde ich deshalb erneut einen  Blick auf den Greenback werfen und die Weltreservewährung aus mehreren Perspektiven betrachten.

USD- Rückgrat des internationalen Finanzsystems

Warum ist es wichtig, dem US-Dollar überhaupt Beachtung zu schenken? Davon abgesehen, dass der Greenback noch immer den Status der Weltreservewährung inne hat, beeinflussen die Bewegungen des USD  nachhaltig andere Assetklassen wie die Edelmetalle, Rohstoffe oder Emerging Markets, welche alle eine negative Korrelation zum USD aufweisen.  Steigt der US-Dollar wirkt sich das negativ auf die drei anderen Anlageklassen aus und umgekehrt. Somit kann man mit einer gründlichen Analyse des USD auch immer die wahrscheinlich zukünftige Fahrtrichtung von Gold, Rohöl & co. mitbestimmen und sich entsprechend positionieren.

Der US-Index bildet den Verlauf des Greenbracks gegenüber einem Währungskorb ab, welcher wie folgt gewichtet ist:

Quelle: Wikipedia

Blick auf den US-Dollar Index Langfristchart

Die untere Grafik des US-Dollar Index habe ich 1:1 aus meiner letzten USD-Analyse vom Juli’17 übernommen. Zu sehen ist der Verlauf des USD-Index ab 1970. Damals markierte ich die Zone zw. $94 und $92 und wies darauf hin, dass sich in der Vergangenheit dieser Bereich mehrfach als starke Unterstützung (grüne Pfeile) oder Widerstand (rote Pfeile) erwies.

Ich stellte die kühne Behauptung auf, dass das 92er Niveau halten müsste, damit der US-Dollar Index  keinen Drawdown über 10% erleidet und der Bullenmarkt weiter intakt bleibt. Und was macht daraufhin der US-Dollar?

Quelle: tradingview.com, eigene Markierung

Er durchbricht die $92er Marke und lässt jeden Marktteilnehmer von einem Ende der Dollar-Rally ausgehen, um im Anschluss wieder die Unterstützungszone zurück zu erobern. Momentan sieht mir das nach einem klassischen failed / Fake Breakdown aus, der viele schwache Hände abgeschüttelt (Shakeout) haben dürfte.

Quelle: finviz.com, eigene Markierung

COT-Positionierung: Weiterhin USD-Bullisch

Die Commitment of Traders (COT) -Positionierung der Spekulanten und Commercials (siehe obigen finviz Chart) ist trotz des USD-Anstiegs der letzten Wochen weiterhin bullisch zu werten. Das Open Interest ist sehr gering und die COT Positionierung der Marktteilnehmer ähnelt der Ende 2013 und Mitte 2014. In beiden Fällen stieg der US-Dollar Index im Nachhinein über mehrere Monate an.

Zoom in: Daily Chart des US-Dollar Index

Der US-Dollar Index hat im Daily-Chart gerade eine mustergültige, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (SKS) inkl. Retest der Nackenlinie vollendet. Diese Umkehrformation spricht ebenfalls dafür, dass der Greenback in den nächsten Wochen steigen sollte. Eine starke Widerstandszone sehe ich oberhalb von 99 Punkten. Dort gesellt sich neben dem 61,8% Fiboretracement der vorangegangenen Abwärtsbewegung auch eine massive horizontale Widerstandszone (ehemaliger Support). Spätestens hier dürfte der US-Dollar Anstieg zumindest kurzfristig ins Stocken geraten.

Quelle: stockcharts.com, eigene Markierung

Fazit:

Der US-Dollar Index hat mit dem failed Breakdown unter das 92er Level viele USD-Bullen abgeschüttelt. Die im Anschluss vollendete inverse S-K-S-Trendwendeformation spricht für steigende Kurse in den nächsten Wochen. Bestätigt wird dieses bullische Chartbild  von der COT-Positionierung der Commercials, welche vollständig ihre Shortpositionen abgebaut haben. Die nächste massive Widerstanszone für den USD-Index befindet sich oberhalb von $98.5. An dieser Stelle muss genau beobachtet werden, wie sich der Index verhält. Ein nachhaltiges Durchbrechen dieser Marke spricht für ein Test des Jahreshoch bei $104.

Das derzeit charttechnisch bullische Bild trübt sich ein, sobald der US-Dollar Index die Nackenlinie der SKS-Formation unterschreitet. Bei Kursen unter 91 Punkten sehe ich die US-Dollar Rally endgültig als gescheitert.

Im Laufe der Woche werfe ich ergänzend noch einen Blick auf den EURUSD-Wechselkurs. Viel Erfolg bis dahin 🙂

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2 Gedanken zu „US-Dollar: Die Bullen sind wieder am Drücker“

  1. Interessanter Beitrag, bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung für den Dollar – gerade im Bezug auf mögliche Crash-Gefahren, die ja schon seit langem überall angeheizt werden 😉

    1. Danke Sam 🙂 Ja ich auch. Die weitere Entwicklung des $ wird auch maßgeblich viele andere Assetklassen beeinflussen. Davon hängt einiges ab… Beste Grüße

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