6 Maßnahmen gegen Overtrading

Im heutigen Post stelle ich euch 6 Maßnahmen gegen Overtrading vor, damit ihr in Zukunft wirklich nur noch die Setups handelt, die es auch wert sind (5 min Lesezeit)

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Das ist hier ist der Follow-Up Artikel zu „Overtrading – Des Traders größter Feind“ in welchem ich erkläre was Overtrading überhaupt ist, welche Konsequenzen es hat und warum wir es zu Beginn unserer Tradingkarriere fast alle tun. Schauen wir uns jetzt an, was gegen Overtrading hilft:

1.) Mindset stärken

Oftmals entscheidet schon alleine unser allgemeines Wohlbefinden / Mindset darüber, ob wir mit zuckendem Finger „am Abzug“ kleben oder entspannt die Märkte beobachten und auf unsere Chancen warten. Grundsätzlich gilt: Wer ängstlich oder nervös ist, neigt eher zu Overtrading als jemand der mit Gelassenheit und Ruhe vor dem Rechner sitzt. Ich bin auf das Thema Mindset und Trading schon einmal in zwei längeren Artikel namens „Mindsetoptimierung für besseres Trading“ eingegangen, welche ihr hier (Body) und hier (Mind) findet. Die dort aufgelisteten Punkte dienen alle dem Zweck das Mindset zu stärken um so letztendlich ruhiger und gelassener dem täglichen Börsenwahnsinn begegnen zu können. Damit reduziert sich die Wahrscheinlichkeit für Overtrading signifikant und die steigende Lebensqualität ist ein netter Nebeneffekt 🙂

2.) Intensive Handelsvorbereitung inkl. Tradingplan

Bereitet euren Handelstag akribisch vor!!! Je nachdem welchen Handelsstil ihr pflegt wird die Vorbereitung anders aussehen, aber durch die tägliche Routine gewinnt ihr an Sicherheit und Selbstvertrauen. Wenn ihr zudem die potentiellen Trades des Tages vorbereitet und im Vorhinein visualisiert, sowie die verschiedenen Marktverläufe antizipiert, dann seid ihr im eigentlichen Handel wesentlich ruhiger und selbstsicherer.

Meine tägliche Routine sieht in etwa so aus: Jeden Tag bereite ich mich ca. 2h auf den Handelstag vor und erstelle einen Tradingplan. Nach einer Gesamtmarktanalayse (Sup/Res US Indizes, offene Gaps etc.) klicke ich mich durch mehrere hundert Aktien und fülle eine Watchliste mit Setups, welche zur aktuellen Marktlage passen. Bei jeder einzelnen Aktie checke ich wiederum Widerstände, Unterstützungen, Trendlinien, Earnings, CRV usw. Dadurch verkleinert sich meine Watchliste signifikant und nur die besten Setups bleiben übrig. Für diese programmiere ich die Orders (z.B. STP BUY LMT) in die Trader Work Station von IB ein, so dass ich nur noch auf BUY oder SELL klicken muss wenn der Wert zündet. Dadurch sind nahezu 90% meiner Trades im Vorhinein geplant und nur die restlichen 10% der Trades ergeben sich intraday. Durch diese Vorgehensweise verpasse ich zwar sehr viele gute Trades, bin jedoch perfekt auf meine Watchlisten-Setups vorbereitet und erwische sie in der Regel wenn sie zünden. Ein netter Nebeneffekt ist, dass dadurch automatisch die Handelsfrequenz sinkt, denn ich bin zu faul mehr als 10 potentielle Trades vorzubereiten 😛

3.) Maximale Anzahl an Trades pro Tag

Durch meinen Tradingplan ist die Anzahl an potentiellen Neueinstiegen pro Tag von vornherein begrenzt. Nichtsdestotrotz achte ich darauf, nicht mehr als 2-3 neue Swingtrades in einer Sesssion zu eröffnen, weil sich dadurch zum einen das Portfoliorisiko zu stark erhöht und ich mich nicht auf zu viele offene Positionen gleichzeitig konzentrieren will. Je nachdem welchem Handelsstil auf welcher Zeitebene ihr nachgeht, könnt ihr auch darüber nachdenken nicht mehr als xy Trades am Tag zu schießen. Wenn ihr das im Hinterkopf habt, werdet ihr automatisch wählerischer und handelt nicht mehr „jeden Scheiß“ der euch vor die Flinte läuft 😉

4.) Nur die Setups handeln die in der Vergangenheit funktioniert haben

Ich weiß nicht wie oft ich Trades genommen habe, deren Setups in der Vergangenheit kaum erfolgreich waren. Meist waren es „Catch the Bottom  / Tops“ Trades welchen unterm Strich zu mehr Verlusten als Gewinnen geführt haben. Heutzutage frage ich mich, ob ich durch dieses Setup in der Vergangenheit mehrheitlich Geld verdient habe. Ist die Antwort ein Nein, handle ich es auch nicht mehr denn: „Insanity is doing the same thing over and over again, expecting a different result“… Netter Nebeneffekt: Die Handelsfrequenz sinkt und die Trefferquote sowie eure Performancekurve steigt.

5.) 5 Sekunden Pause bevor man die Ordertaste drückt 

Falls ich doch mal einen Trade unvorbereitet nehme, versuche ich zumindest eine kurze 5 Sekundenpause einzulegen und mich zu vergewissern, dass dieser Trade auch fachlich sauber ist und nicht aufgrund eines emotionalen Impulses zu Stande kommt. Ich zähle laut bis 5 und schaue in dieser Zeit auf den Ticker. BTW: 5 Sekunden können ganz schön lange sein, wenn ein potentieller Trade auf dem Bildschirm zuckt. 😛 Innerhalb dieser 5 Sekunden besinnt man sich oftmals und lässt den Trade am Ende sein.

6.) Wenn alle Stricke reißen – Dickens Pattern

Das sog. „Dickens Pattern“ wird im sog. Neuro Linguistic Programing (NLP) eingesetzt und dient dazu ungewollte Verhaltensweisen durch neue zu ersetzen. Ich selbst habe das Dickens Pattern schon einmal 2h live bei Tony Robbins >>Unleash the Power Within<<-Seminar durchlebt und kann nur sagen, es funktioniert, falls man es richtig anwendet. Ich werde jetzt nicht im Detail auf das DP eingehen (Anleitung zum Dickens Pattern   und hier beschreibt Tony das Pattern) aber letztendlich geht es darum, dass man mit der alten Verhaltensweise (in diesem Fall Overtrading) so viel Schmerz verbindet, dass man sich ganz automatisch in Zukunft anders verhält.

Stellt euch Fragen wie: Was sind die neg. Konsequenzen wenn ihr weiterhin OT betreibt (z.B. Kontotod)? Wo werdet ihr finanziell stehen – in einem Monat, einem Jahr, in 10 Jahren? Was entgeht euch alles aufgrund von OT? etc.pp… Alle diese negativen Auswirkungen werden visualisiert und intensiv durchlebt. Da unser Gehirn nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden kann, brennen sich die OT-Konsequenzen in euer Unterbewusstsein ein und ihr werdet in Zukunft zweimal überlegen ob ihr unvorbereitet einen Trade macht.

Das war’s für heute. Falls ihr unter Overtrading leidet, dann beherzigt diese Tipps und versucht sie nach und nach in euren Handel zu integrieren. Eure Performancekurve wird es euch danken 🙂

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