Warum viele Aktien-Swingtrader Geld verlieren (Teil 2)

Die meisten Aktien-Swingtrader die ich kenne schaffen es einfach nicht konsistent profitabel zu handeln. Ich gehe im Folgenden auf ein paar Fehlerquellen ein (5 min Lesezeit)

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Nach dem ersten Teil dieser Miniserie vom Anfang dieser Woche, gehe ich heute  abschließend auf weitere Fehler ein, welche viele Aktien-Swingtrader begehen.

Kein Tradingplan / Fehlende Handelsvorbereitung

Das ist eine Todsünde! Wer als Swingtrader unvorbereitet in den Handel startet ist seinen Emotionen hilflos ausgeliefert. Man klickt sich durch diverse Aktiencharts und sieht an jeder Ecke interessante Breakouts, Retracements & Reversals. Da man diese Trades jedoch aufgrund des fehlenden Tradingplans nicht vorbereitet hat, unterlaufen einem beim impulsiven Handel zahlreiche Fehler. Das kann z.B. eine falsche Ordereingabe im Eifer des Gefechts sein oder ein sog. FOMO (Fear-Of-Missing-Out)-Trade, bei welchem man einer Aktie hinterjagt die sich schon weit vom optimalen Kaufpreis entfernt hat. Durch eine gute Handelsvorbereitung, welche u.a. beinhaltet unter welchen Umständen man welchen Wert zu welchem Preis kauft, wird man sich nicht nur eine Menge Frust, sondern auch sehr viele Verluste ersparen.

Gesamtmarktlage und Handelsstil laufen nicht synchron

Eine favorisierten Handelsstil zu haben ist schön und gut, die Frage ist jedoch, ob dieser Stil zur gerade vorherrschenden Gesamtmarktlage passt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Handel von Ausbrüchen (Breakouttrading). Es gibt Marktphasen in welchen man damit sehr viel Geld verdienen kann, insofern diese Trades fachlich richtig durchgeführt werden und man einem striktem Risiko und Money-Management folgt. Und dann gibt es Marktphasen, in denen man trotz fachlich sauberer Trades mit Breakouttrading Geld verliert, weil Stärke vom Markt ver- statt gekauft wird. Das bedeutet, dass sich diese Phasen absolut nicht dazu eignen Ausbrüche zu handeln, weil von 10 Ausbrüchen 8 in sich zusammenfallen.

Als Tradinganfänger kann man leider nur schwer einschätzen in welcher Phase man sich gerade befindet. Diesen Erfahrungsschatz sammelt man mit der Zeit peu à peu. Der beste Indikator ist mit Sicherheit die Übersicht der kürzlich abgeschlossenen Trades: Habe ich bei vielen sauber durchgeführten Breakoutrades Fehlausbrüche und dadurch Verluste erlitten, heißt das im Umkehrschluss, dass der Markt sich derzeit nicht im Breakoutmodus befindet. Dann gibt es wiederum Marktphasen, welche stark momentumgetrieben sind und in welchen der Markt kaum zurücksetzt. Wer hier versucht Aktien nach einem Rücksetzer zu kaufen, kommt mitunter kaum zum Zug, weil die Aktie mit relativer Stärke nicht korrigieren. Bei Auswahl der Handelsstrategie ist deshalb sehr viel Fingerspitzengefühl und Beobachtungsgabe gefragt. Mit der Zeit lernt man als Trader jedoch die Märkte besser einzuschätzen und automatisch zwischen den verschiedenen Strategien zu switchen.

Gesamtrisiko des Portfolios wird falsch eingeschätzt

Gerade als Swingtrader muss man darauf achten, dass sich durch das Halten mehrerer Positionen das Portfoliorisiko mitunter stark vergrößert. Wenn beispiesweise Technologieaktien gut laufen, sind wir dazu geneigt diese zu kaufen. Das Problem liegt nun darin, dass die Aktien untereinander stark korreliert sind. Solange die Aktie steigen freuen wir uns darüber, doch wehe Geld wird aus dem Techsektor abgezogen. Dann kann es durchaus dazu kommen, dass man innerhalb eines Tages in mehreren Positionen gleichzeitig ausgestoppt wird und sich die Buchgewinne der letzten Wochen innerhalb ein paar Stunden in Luft auflösen. Wie kann ich dieses Problem umgehen? Entweder indem man neue Positionen erst kauft nachdem die bestehenden einen Gewinnpuffer haben oder man Teilgewinne realisiert hat oder indem man die Positionen auf mehrere Sektoren verteilt, welche untereinander kaum korreliert sind. Ich selbst nutze meist die erste Variante. Lieber kaufe ich mich in 2 Positionen ein und warte auf einen Gewinnpuffer bzw. nehme Teilgewinne mit, bevor ich neue Trades eingehe, als das ich mein Portfolio allzu sehr diversifiziere.

Damit endet diese Miniserie. Ich hoffe die obigen Punkte bringen euch in eurem Handel weiter und verhelfen euch zu weniger Stress und mehr Gewinn!

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