Warum viele Aktien-Swingtrader Geld verlieren (Teil 1)

Die meisten Aktien-Swingtrader die ich kenne schaffen es einfach nicht konsistent profitabel zu handeln. Ich gehe im Folgenden auf paar Fehlerquellen ein (5 min Lesezeit)

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Wie im letzten Newsletter bereits angekündigt, werde ich heute ein paar Worte über typische Fehler verlieren, die Aktien-Swingtrader in ihrem Handel begehen. Mir selbst sind diese Fehler zum Großteil früher auch unterlaufen und selbst heute schieße ich noch den einen oder anderen „Bock“.  Ich habe keine besondere Reihenfolge bzgl. der Wertigkeit der Fehler beachtet, sondern schreibe einfach mal drauf los… 🙂

Falsche Aktienauswahl

Ich beobachte es immer wieder, dass Trader zwar die schönsten Setups handeln, sich jedoch Aktien heraussuchen die nicht „in“ sind. Was meine ich damit? Es ist keine große Kunst jeden Tag zig Flaggen, Cup’n Handles oder horizontale Breakouttrades in diversen Aktien zu handeln, aber sehr weit wird man damit meiner Erfahrung nach nicht kommen. Warum? Weil diese Kaufsignal in aller Regel nur sehr kurzfristig Bestand haben und nicht zu einem mehrwöchigen Follow-Through führen. Stattdessen kommt es häufig zu Fehlausbrüchen, weil keiner nach uns kauft. Lösung: Handelt Aktien welche MASSIV von institutionellen Marktteilnehmern  akkumuliert werden. Man spricht hier von den sog. „Stocks in Play“. Das sind in aller Regel die Aktien, welche in den letzten Wochen schon ordentlich performt haben. Wartet bei diesen Momentumswerten eine Konsolidierung und ein neues Kaufsignal ab und geht dann – gutes CRV vorausgesetzt – long. Die Wahrscheinlichkeit das sich der Trend weiter fortsetzt ist bei solchen Titeln weitaus höher als bei „langweiligen“ Werten die seit Monaten vor sich hindümpeln.

Handel gegen den Gesamtmarkt oder Sektor

Was die meisten Trader nicht wissen ist, dass ca. 2/3 der Bewegung einer Aktie vom Gesamtmarkt (S&P 500 & co) sowie von der Sektorzugehörigkeit der Aktie abhängt, was nichts anderes bedeutet, als das ich diese vor Tradeeröffnung genauso in meine Entscheidungsfindung mit einbeziehen sollte wie das Setup der Aktie selbst. Wenn sich der S&P 500 und die Halbleiter-Werte in einem Abwärtstrends befinden, warum sollte ich dann überhaupt in diesem Sektor nach Longs suchen? Oder wenn mir doch ein Setup über den Weg läuft – wieso sollte ich es handeln? Ich habe die Wahrscheinlichkeit nicht auf meiner Seite. Umgekehrt bedeutet das, dass ich meine Trefferwahrscheinlichkeit MASSIV steigern kann, wenn ich mit Gesamtmarkt und Sektor im Rücken long oder short gehe.  Selbst wenn ihr in diesem Fall nicht optimal in einen Trade hinein kommt oder unsauber handelt, verzeiht euch der Markt deutlich mehr Fehler, weil ihr Gesamtmarkt- und Sektor-„Rückenwind“ habt.

Handel gegen den übergeordneten Trend

Ein weiterer Fehler den ich oft sehe ist, dass die Trader zu nahe in den Chart hineinzoomen und somit nicht merken, dass der übergeordnete Trend – bei einem Swingtrader wäre das der Wochenchart – gegen Sie steht. Auch in diesem Fall rate ich davon ab das Setup – so schön es auch sein mag – zu handeln. Übergeordnete Trends dominieren die untergeordneten. Wenn ihr trotzdem gegen diese handelt, bittet ihr den Markt um einen Gefallen.  Natürlich gehen ab und zu solche Trades gut, aber die Wahrscheinlichkeit ist trotzdem deutlich geringer als wenn man in Richtung des übergeordneten Trends handelt.

Zu stark diversifiziert statt konzentriert

Diversifizierung ist gut, oder? Meiner Meinung nach trifft diese Weisheit nicht unbedingt auf den aktiven Handel zu. Als Swingtrader will ich in den Sektoren bzw. Aktien investiert sein, in welche gerade das meiste institutionelle Geld fließt (Stocks in Play s.o.). Diese Werte sollte ich im Rahmen eines vernünftigen Risk- und Money Managements so agressiv wie möglich spielen. Was bringt es mir 20 Aktienpositionen gleichzeitig zu halten, welche insgesamt kaum vom Fleck kommen? Die Gewinne der Versorgeraktie werden von den fallenden Goldaktien wieder aufgefressen etc. Besser: Ich bin mit 20% bis 80% meines Portfolios in denjenigen Aktien/Sektoren investiert welche gerade ausbrechen oder innerhalb eines starken Trends zurücksetzen. Dort will ich agressiv rein, nicht in Aktien welche seit Monaten seitwärts laufen.

Ein weiterer Vorteil der Konzentration gegenüber der Diversifizierung ist, dass ich meine volle Aufmerksamkeit wenigen Aktien schenken kann. Besser 4 Aktien mit jeweils 20% Gewichtung beobachten als 20 Aktien mit jeweils 4% Gewichtung. Natürlich muss jederzeit beachtet werden, dass sich bei einer Konzentration auf wenige Titel andere Risiken erhöhen (z.B. falls es zu einer Overnight-Kurslücke gegen einen kommt.). Zu agressiv sollte man deshab nicht vorgehen! Eine einzelne Aktie mit 25% zu gewichten halte ich für vertretbar, alles was darüber hinaus geht ist sehr riskant und sollte wirklich nur von sehr erfahrenen Trader in Ausnahmefällen praktiziert werden.

Falls ihr bis dato wenig Erfolg mit eures Aktien-Swingtrades hattet, dann schaut euch einfach mal eure vergangenen Trades an und checkt ob ihr die obigen Punkte beachtet habt 😉

Unter diesem Link findet ihr die Fortsetzung des Artikel.

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