Bitcoin: Wertaufbewahrungs- oder Spekulationsobjekt?

Dient der Bitcoin als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel oder handelt es sich in erster Linie um ein Spekulationsobjekt? (5 min Lesezeit)

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Den heutigen Blogpost widme ich mal wieder der „Mutter aller Kryptowährungen“: Bitcoin (BTC). Es geht um die Frage, ob Bitcoin mit einem klassischen Wertaufbewahrungsmittel wie z.B. Gold verglichen werden kann oder ob BTC eher ein reines Spekulationsobjekt ist? Die Bitcoin-Befürworter argumentieren gerne, dass die Gesamtzahl an Bitcoins auf ca. 21 Millionen begrenzt ist und bezeichnen BTCs deshalb als „digitales Gold“. Ich selbst hatte lange Zeit auch diese Sichtweise, jedoch kommen bei mir immer mehr Zweifel an dieser These auf, was ich im Folgenden erörtern werde…

1.) BTC-Fork: Aus 1BTC wird 1BTC + 1 BCH

Wie die meisten von euch sicherlich mitbekommen haben kam es im August 2017 im Zuge der Aktivierung von Segwit zu einem sog. Hard Fork und somit zu einer Spaltung in Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCH). In meinem letzten Bitcoin-Post Ende Juli’17 bin ich schon einmal kurz auf die Thematik Hardfork / Segwit eingegangen. Zwar ist die Anzahl der klassischen BTCs mit 21 Mio immer noch begrenzt, jedoch hat sich die Angebotsseite um Millionen BCHs erhöht. Neue Käufer stehen nun vor der Qual der Wahl: Entweder in BTCs oder in BCHs investieren? Jede Seite hat gute Argumente, warum ihr Bitcoin-Protokol das bessere ist. Hinzu kommt das niemand ausschließen kann, dass es in Zukunft zu noch weiteren Soft- oder Hartforks bei BTC oder BCH kommen wird. Verglichen mit dem klassischen Wertaufbewahrungsmittel Gold ist das ein deutlicher Nachteil, denn das gelbe Edelmetall lässt sich eben nicht auf „Knopfdruck“ bzw. durch das Programmieren ein paar Zeilen beliebig vermehren.

2.) Mehr und mehr Bitcoin Alternativen: Altcoins

Als Altcoins bezeichnet man alternative Kryptowährungen. Namhafte Vertreter die sind u.a. Ethereum, Litecoin, Ripple, Monero und Dash. Die Altcoins unterscheiden sich gegenüber BTC nicht nur im Preis, sondern auch in deren Funktionalität bzw. Eigenschaften. Manche Altcoins haben günstigere Transaktionsgebühren oder schnellere Transaktionszeiten, andere bieten mehr Privatsphäre usw. Aufgrund der mittlerweile hohen Anzahl an Altcoins ist der prozentuale Anteil des Bitcoins an der Krypto-Gesamtmarktkapitalisierung in den letzten Monaten deutlich gesunken, wie dem unteren Chart (Stand Juni 2015) entnommen werden kann. BTW: Auf Coingecko.com könnt ihr diverse Coins u.a. nach Marktkapitalisierung sortieren. Die Tatsache, dass der Bitcoinpreis in diesem Zeitraum trotzdem gestiegen ist zeigt deutlich, wie viel Geld im ersten Halbjahr 2017 in den Sektor geflossen ist.

Bitcoins prozentuale Marktkapitalisierung

Quelle: Investopedia.com

Als Bitcoin Investor muss man sich trotz der gestiegenen Preise jedoch eines bewusst werden: BTC bekommt immer mehr Konkurrenz von anderen Altcoins, welche zum Teil deutlich „bessere“ Eigenschaften aufweisen als der BTC selbst. Solange weiterhin Geld in den Kryptomarkt fließt, fällt dieser Umstand kaum auf. Aber wenn sich zum Beispiel im Zuge der nächsten Preiskorrektur (Drawdown größer als 50%) das spekulative Geld in andere Märkte zurückzieht, wird sich weniger Anlegergeld auf deutlich mehr Kryptocoins verteilen. Es ist davon auszugehen das auch in Zukunft immer neue Altcoins auf den Markt kommen und Bitcoin so einem immer größeren werdenden Konkurrenzdruck ausgesetzt sein wird. Gold hat sich über Tausende von Jahren als das ultimative Wertaufbewahrungsmittel gegenüber anderen Rohstoffen bewährt. Dem BTC steht diese Feuerprobe erst noch bevor…

3.) „Überlebensfähigkeit“ des Bitcoins ist fraglich

Wie ich oben schon angesprochen habe, weisen mittlerweile viele Altcoins vorteilhaftere Eigenschaften in Bezug auf Transaktionskosten, Geschwindigkeit und Anonymität auf als Bitcoin. Eine legitime Frage ist deshalb: Wenn immer mehr Altcoins mit immer besseren Eigenschaften auf den Markt kommen, wird dann der Bitcoin in ein paar Jahren überhaupt noch konkurrenzfähig sein? Ich persönlich zweifle daran, denn ich erinnere mich, wie schnell einst dominierende Unternehmen ihre Marktführerschaft verloren haben (z.B. MySpace oder studivz an Facebook, Nokia an Apple…). Mich würde es nicht wundern, wenn dies auch bei den Kryptowährungen passiert und der BTC in 10 Jahren kaum mehr auf Interesse stößt, weil er einfach „technisch veraltet“ ist.  Und das würde tendenziell eher sinkende Preise bedeuten…

Fazit: Spekulationsobjekt ja, Wertaufbewahrungsmittel nein

Aufgrund der obigen Punkte habe ich mich davon verabschiedet, den Bitcoin als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel zum Kaufkrafterhalt zu sehen. Wegen der immer größer werdenden Anzahl an Altcoins mit teils deutlich besseren Eigenschaften als BTC und dem damit einhergehenden Verlust an BTC-Marktanteilen, würde ich davon Abstand nehmen meine eisernen Ersparnisse in BTC zu stecken. Klar kann der BTC theoretisch  auf 1 Mio € pro Coin steigen, keine Frage. Das ist jedoch reine Spekulation, denn genauso kann es sein, dass der Preis im Zuge von immer strikteren  staatlichen Regulierungen oder aufgrund technisch „besserer“ Altcoins um 95% implodiert und dann vor sich hindümpelt.

Selbstverständlich werde ich BTC auch weiterhin aktiv handeln und wo immer es geht im Alltag nutzen. Zum langfristigen Kaufkrafterhalt setze ich jedoch lieber auf physisches Gold. Zur Portfoliodiversifizierung sind Kryptowährungen super interessant und sollten in meinen Augen mit einer Gewichtung von 5 bis 10% in jedem Investmentdepot vertreten sein. Nur alleine auf den Bitcoin setzen würde ich dabei nicht.

In den nächsten Tagen gehe ich in einer ausführlichen Analysen noch einmal auf die Langfristchart des Bitcoins sowie mögliche Korrekturmarken ein. Bis dahin könnt ihr euch die BTC-Chartanalyse des letzten Newsletters  anschauen.

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