Es „droht“ eine Fortsetzung des Goldbullenmarktes

Gold hat mit dem Bruch der $1300er Marke ein kleines Kaufsignal generiert. Doch die eigentliche Entscheidung bzgl. der Fortsetzung des Goldbullenmarkets steht erst noch bevor (5 min Lesezeit)

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In einem meiner letzten Beiträge über Gold vom 18.07.17 schrieb ich:

  • Die Goldvolatilität befindet sich auf einem Mehrjahrestief und ein starker Goldausbruch in den nächsten Wochen ist sehr wahrscheinlich (…)
  • Die relevanten Widerstandsniveaus liegen bei $1300 (Bruch = kleines Kaufsignal) und $1350-$1400 (Bruch = großes Kaufsignal > Beginn eines nachhaltigen Aufwärtsimpulses und Fortsetzung des Bullenmarktes IMO)

Der Goldpreis hat tatsächlich die $1300er Marke letzte Woche geknackt und damit ein Kaufsignal auf Tages- und Wochenbasis generiert. Aktuell steht der Kurs bei ca $1340 und damit kurz vor der benannten Widerstandszone (siehe Wochenchart unten). Das $1300er Kaufsignal wurde durch einen hohen Volumenanstieg bestätigt, was darauf hindeutet, dass dieser Ausbruch „Legs“ haben könnte.

Im unteren Monatschart ist des Weiteren schön zu erkennen, dass das Volumen seit dem Goldtief im Dezember 2015 zusammen mit dem Goldpreis trendmäßig ansteigt, was ebenfalls als bullisch zu werten ist. Die höheren Tiefs bestätigen das bullische Gesamtbild. Sollte das starke $1400er Widerstandsniveau geknackt werden, ist der Weg für die Goldbullen bis zur $1550er Marke frei.

Wie signifikant der Widerstand bei $1400 ist, zeigt sich auch im unteren Point & Figure Chart (3 Box Reversal, Boxgröße 5%). Diese Skalierung wähle ich, weil es damit seit Beginn des Goldbullenmarktes im Jahr 2012 erst einmal zu einem Fehlsignal (August 2008) kam. Seit April 2013 haben wir ein P&F-Verkaufssignal (rot markiert) vorliegen. Dieses Sell-Signal wird jedoch bei einem Goldkurs über $1410 negiert und in ein P&F- Kaufsignal umgewandelt.

Allokation der Anleger in Gold ETFs auf Tiefststand

Der unteren Chart von Bank of America zeigt die prozentuale Goldallokation der privaten Bankkunden in Gold ETFs an. Mit ca. 1% liegt der derzeitige Anteil weit unter dem Niveau von 2009 bis 2013 (5% bis 9%). Das bedeutet, dass die Privatkunden von BoA (und vmtl. auch die der anderen Banken) so gut wie kein Exposure mehr in Gold-ETFs haben. Sollte Gold jedoch die $1400er Marke knacken wird sich das aller Wahrscheinlichkeit nach schnell ändern und sowohl privates als auch institutionelles Geld wird in den Goldsektor (physisch, ETFs, Minen) fließen. Da die Marktapitalisierung des Sektors im Vergleich zum Aktien- oder Anleihenmarkt sehr klein ist, dürften die Edelmetallpreise im Zuge der Portfolioumschichtungen regelrecht explodieren.

Quelle: zerohedge.com

Die geringe Investionsquote der Anleger im Goldsektor zeigt sich auch im unteren Schaubild, welches die Anzahl an emittierten GDX-Anteilen (= US-Goldminen ETF) grafisch darstellt. Wenn die Anzahl an ausgegebenen ETF-Anteilen steigt, heißt das für gewöhnlich, dass die Nachfrage der Investoren das Angebot übersteigt und umgekehrt.  Von April 2017 bis Anfang Juli 2017 ist die Gesamtzahl der emittierten GDX-Anteile um 30% gefallen. Ich deute das so, dass die mehrmonatige Korrektur des Goldaktiensektors dazu geführt hat, dass sich viele (vor allem spekulativ ausgerichtete) Anleger anderen Märkten / Sektoren zugewandt haben. Das spekulative Geld sollte allerdings spätestens beim Bruch der $1400er Marke in den Sektor zurückfließen.

Quelle: thecrux.com

Fazit

In den nächsten Wochen wird sich meiner Meinung nach entscheiden, ob Gold den von 2002 bis 2011 währenden Aufwärtstrend wieder aufnimmt oder ob sich die Korrektur entweder zeitlich oder preislich (z.B. mit einem neuen Verlaufstief in Richtung  $1000) weiter fortsetzt. Sollte die $1400er Marke brechen, erwarte ich, dass innerhalb eines kurzen Zeitraums sehr viel privates und institutionelles Geld in den Edelmetallsektor fließen und dort du starken Preisanstiegen führen wird.

Zuletzt eine kurze Anmerkung: In den letzen Wochen war deutlich zu erkennen, dass Gold von den geopolitischen Spannungen in Nordkoreakonflikt und der Distribution/Unsicherheit am Aktienmarkt profitieren konnte. Eine größere Korrektur an den Aktienmärkten und/oder eine Eskalation auf der koreanischen Halbinsel könnten die Triebfedern sein, welche dem Goldpreis über die $1400er Marke verhelfen. Umgekehrt werden sich vermutlich eine Deeskalation im Koreakonflikt und neue Hochs am Aktienmarkt negativ auf Gold auswirken. Behaltet deshalb neben dem Goldpreis auch den Aktienmarkt und den Nachrichtenticker im Auge 😉 

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