US-Aktien im Jahr 2017 … sehr sehr dünnes Eis!

Ich blicke mit euch auf das derzeitige US-Sentiment, die Investitionsquote der Anleger sowie die Margin Debt Höhen (5 min Lesezeit)

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Eigentlich wollte ich diese Woche wie angekündigt schwerpunktmäßig den US-Aktienmarkt unter die Lupe nehmen, jedoch kann ich aus privaten Gründen nicht so viel Zeit wie geplant in die Artikel stecken, da ich schon bald zurück nach Asien gehen werde und bis dahin noch allerlei to do’s zu erledigen habe. Nichtsdestotrotz gehe ich heute wie versprochen in einer Kurzversion auf ein paar Entwicklungen ein.

Das Sentiment für Aktien ist am ÜBERKOCHEN

In diesem Blogbeitrag werfe ich einen Blick auf das Börsenumfeld. Im unteren NYSE Margin Debt Chart ist gut zu erkennen, dass das Marginvolumen gerade erst ein neues Allzeithoch erreicht hat. Noch niemals zuvor haben die Anleger so stark auf Kredit ge-/verkauft wie heute. Anhand der letzten beiden Margin Debts Peaks im Jahr 2000 und 2007 lässt sich gut erkennen, dass die Hochpunkte mehr oder weniger synchron lagen mit den Hochpunkten an den Aktienmärkten. Das Problem bei diesem Chart ist nur, dass man nicht weiß, auf welchem Niveau denn nun der nächste Hochpunkt liegen wird. Sind wir mit 550Mrd schon dort angelangt?  Oder liegt der neue Hochpunkt erst bei 600Mrd? Das lässt sich immer erst in der Retrospektive feststellen.  Aber wir sehen anhand des unteren Charts trotzdem deutlich, dass das Eis relativ dünn ist auf dem die US-Anleger tanzen.

Quelle: AdvisorPerspectives.com

Der nächste Chart schlägt in die gleiche Kerbe: Die US-Privatinvestoren haben nur noch eine Cashquote von ca. 15%, was den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 entspricht! Somit ist auf Retailseite kaum mehr Pulver da, was für Neukäufe verschossen werden könnte. Und was für Optionen hat ein  überinvestierter Anleger, wenn er Cashbestände wieder aufbauen will? SELL! 

Quelle: theatlasinvestor.com

Passend dazu berichtet der Onlinebroker Charles Schwab in seinem letzten Conference Call folgendes:

Quelle: theatlasinvestor.com

Das Wachstum an Kontoneueröffnungen bei Charles Schwab hat den gleichen Stand wie zuletzt Ende der 90er und damit das Hoch der Techblase erreicht. Retailkunden strömen munter und unbekümmert in den Markt um zu … KAUFEN! Ein deutliches Anzeichen dafür, dass ein zyklisches Hoch an den Aktienmärkten recht nahe ist.

Die Gier der Anleger wird vom Investors Intelligence Bulls & Bears Sentiment bestätigt, denn dieses zeigt das Verhältnis aus Aktienbullen zu Aktienbären in der überkauften Zone (> 3) . Es gibt derzeit beinahe vier mal so viele Bullen wie Bären an den US-Börsen. Das sind absolute Extremwerte, welche die Sorglosigkeit der US-Aktienanleger eindeutig abbilden!

Quelle: yardeni.com

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass sich obige Indikatoren nicht als  Timinginstrumente für beispielsweise Shortpositionen eignen. Sie zeigen uns lediglich sehr deutlich, wie unbefangen die Stimmung an den Aktienmärkten unter den Anlegern ist und wie stark diese investiert sind. Das alleine ist schon Warnzeichen genug wachsam zu sein, denn Bullenmärkte sterben in einem Meer an Optimismus, nicht Pessimismus. 

Ich hoffe ich finde in den kommenden Tagen Zeit, die Analyse zu vertiefen und konkreter zu werden. Ich werde euch deutlich aufzeigen, warum ich trotz neuer AlltimeHighs bärisch für US-Aktien gestimmt bin! Schaut deshalb immer mal wieder vorbei. ✌️

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